Pferdeschule

Weideland im Nordseeklima

Professionelle und qualifizierte Betreuung Ihrer Nachwuchspferde

Verhaltenskunde und Kommunikationstraining für Ross & Reiter

Pferdepsychologie in ambulanter und stationärer Praxis

Kurse, Vorträge und Seminare / Alexandertechnik & Reiten

Fohlen- und Pferdeschule: Das Angebot richtet sich nicht allein an Züchter, denen die Zeit fehlt, mit den Jungpferden zu arbeiten. Mit meinem Team und Netzwerk sorge ich dafür, dass Ihre Absetzer und Jungpferde alles bekommen, was sie zu gesunden und leistungsbereiten Pferden macht, inklusive konsequenter und liebevoller Erziehung, ohne Gewalteinwirkung und ohne Zwang. Keine Konfrontationstherapie!

Karola Katharina Bady, Studium der Verhaltenskunde / Equiden und Tierpsychologie ATN / Schweiz, Abschluss 09/2004

Was biete ich an in der Pferdeschule

Kein professioneller Bereiter braucht meine Konkurrenz zu fürchten: Ich greife lediglich ein, wenn es Probleme beim Verladen gibt oder beim Anreiten. Später kann der Kunde dann wieder in seinen Stall oder zu seinem Reitlehrer zurück! Bemüht, ein Buschfeuer zu zünden und die Idee zum Wohl der Pferde in die Welt zu entlassen, dauert ein Aufenthalt von Therapiepferden bei mir für gewöhnlich vier Wochen bis zu drei Monaten, länger nicht. Beim Anreiten von Jungpferden bin ich bemüht, die Tiere nie zu überfordern, sondern in kurzen Reprisen zu schulen, was dann auch für immer sitzt. Lieber täglich eine halbe Stunde oder nur zwanzig Minuten, zufrieden in die Freizeit entlassen, als mit Azubi oder Praktikant zweimal die Woche zwei Stunden im Kreis longieren und dann in den Sattel.

Externe Kurse / Ansprechpartner

Sie können mich für Kurse, Vorträge und Seminare buchen. Eine Themenliste bekommen Sie auf Anforderung per Mail.

Bitte besuchen Sie den Menüpunkt Netzwerk / Publikationen. Dort finden Sie Beispiele für Kurse und Seminare wie Alexandertechnik & Reiten mit Barbara Blickensdorff aus Berlin und Karola K. Bady.

Kurse müssen rechtzeitig terminiert und vier Wochen vor dem Termin schriftlich bestätigt werden. Wer bis zu zwei Wochen vorher absagt, muss einen Ersatz stellen. Die Kosten werden nicht erstattet. Wer den Kurs organisiert, hat die Teilnahme frei.

Seminarorte auf Anfrage per eMail.

Zentrum Alexandertechnik B. Blickensdorff

Weitere Kurse: Geländetraining mit Karola Bady / Christian Zehe

(Mobile Hindernisse zum Aufbau in der Halle und auf dem Außenplatz)

Richtiges Führen eines Pferdes will gelernt sein

Während mich das Studium auf die Ethologie des Pferdes, Physiologie und Verhaltensökologie von Equiden vorbereitet, mir beim Erkennen häufig vorkommender Stereotypien helfen sollte, sieht mein Alltag meist anders aus. Kopper, Weber und Zaun laufende Pferde begegnen mir selten. Ist zu wenig bekannt, dass wir diesen Pferden helfen könnten und damit großen wirtschaftlichen Schaden abwenden würden? Leider muss ich vermuten, dass solche Pferde frühzeitig aussortiert werden oder ihr weiteres Leben als Schulpferde fristen, was die Störungen eher verstärkt, weil Ursachen eben Haltungsbedingungen plus Langeweile sind (Weltmeyer-Syndrom).

Da mir in meiner Praxis ganz andere „Problempferde“ vorgestellt werden, habe ich meine Arbeitsweise neu ausgerichtet und die Methodik auf die Störungen, also Dysbalancen, zugeschnitten, die ich behandeln soll. Dazu gehört als erstes ein gutes Netzwerk von Tierärzten und –heilpratikerinnen samt Akupunkt-Masseurin und Chiropraktikern, Pferde-Dentist und für die Hufe die Huforthopädin der DHG (Dt. Huforthop Gesellschaft, Dr. Rasch).

Ein guter Sattler im Team kann nicht schaden, sind doch Knackpunkte schnell in unpassender oder falscher Ausrüstung zu finden? Lehne ich mich jetzt weit aus dem Fenster und zitiere Dr. Dorothé Meyer, muss ich sagen, dass die Zucht inzwischen Nachwuchs „produziert“, die fast in allen Verbänden Jungpferde mit Prädisposition für Arthrosen (bis 90%) aufzieht.   Das ist von Zeit zu Zeit echte Pfadfinderarbeit für mich: Ist ein Pferd physisch so weit gesund, beginnt meine Arbeit erst richtig.

Zu den wichtigen Dingen, die ich weniger im Studium gelernt habe, als ich sie mir allein aus Eigeninteresse aneignen wollte, gehören Kenntnisse in der Fütterung und Herstellung von Futtermitteln (Inhaltsstoffe, Allergene und versteckter Zucker bis hin zu Giften: Butolismus, Schimmelpilze, Allergene), aber ebenfalls das Grundwissen über die Düngung von Weideflächen, das Gesetz zum Schutz der Tiere und deren mögliche Durchsetzung mit dem Veterinäramt zusammen.

Wie oft stellt sich die Frage, ob die Haltung hinter Stacheldraht wirklich bereits verboten ist? Wer verfolgt die Fälle, in denen Pferde immer noch ein trauriges Dasein in Alleinhaltung erleiden? Wer hilft, wenn bei der ersten Anamnese solche Verstöße festgestellt werden und der Besitzer des Pferdes zeigt sich uneinsichtig? Selten ist das ein Veterinäramt. Presse?

Beim Heilungsprozess, den ich begleiten soll, möchte ich weder beim Menschen, noch bei seinem Pferd die Suche nach den Ursachen auf die Psyche oder die Physis beschränkt sehen. Deshalb „ermittele“ ich bei der Anamnese absolut umfangreich. Diese Vorgehensweise erläutere ich am Fallbeispiel Katharina W*. und Trakehner „Sharivari“.
* Name der Klientin verändert / anonymisiert
Fallstudie: Sharivari *, Trakehner, geb. 1992, ehemaliges Sportpferd im Besitz von Katharina W.*, wird mir per Mail vorgestellt. Der Wallach steht mit einem dreijährigen Pony in einer großen Laufbox im Kuhstall. In letzter Zeit nehmen die Attacken des 1,75 m Stockmaß großen Rappen mit Turnier- Erfolgen bis Klasse M (angeblich) erschreckend zu und dehnen sich auf das Pony aus, das als Beistellpferd dient? Warnungen der Reitlehrerin, ein Pferd gehöre nicht zwischen Kühe, wurden ignoriert.

Sharivari lässt sich inzwischen nicht mehr aus dem Stall auf die Weide führen und hat dabei kürzlich den Ehemann von Katharina verletzt. Folge ist: das Pferd wird kaum noch aus dem Stall gebracht. Der Teufelskreis. Beim ersten Besuch auf dem Hof finde ich ein überfüttertes und resigniert wirkendes Pferd vor, das hoch im Stroh steht und über die Boxenwand an seine Futtervorräte gelangen kann. Auf dem Futter im offenen Sack Müsli (mit entsprechend hohem Zuckergehalt durch Melasse versteckt) sind garantiert Keime (Pilze?) aus dem ganzen Stall. Leicht zu erkennen mit dem bloßen Auge: Sharivari hat Ablagerungen im Bindegewebe, schlechte Hornqualität und ein Lungenproblem.

Der Rat, die Tierheilpraxis einzubinden, wird von Katharina W. abgelehnt. Gegen die bei mir im Netzwerk arbeitenden Damen hat sie Vorbehalte. Ich vermute innerlich, dass die beiden, die nach TCM (Trad. Chin. Medizin) auf Schadstoffe testen, wenn Not am Pferd ist, hier bereits deutliche Worte bei einem Besuch des Pferdes gesprochen haben. Tage später entscheidet die Besitzerin des Rappen, wenigstens eine Akupunkteurin hinzu zu bitten. Nach der zweiten Akupunktur bricht Katharina W. diese Behandlung ab, weil sie meint, ihr Pferd „mag das Stechen mit Nadeln nicht mehr haben“.

Sharivari wird nun wieder vom ehemals behandelnden Tierarzt aus der Heimatregion mit Kortison „versorgt“, ohne jede Rücksicht auf die Folgen für den Organismus, der das Zeug nicht ausleiten kann ohne Bewegung. Dieser Veterinär war es, der Hustenstiller verordnete, statt mit Rat für die entsprechende Bewegung und Haltung die Lunge befreiend zu entlasten. Mit Akupunktur oder Homöopathie eben. Die Reiterin ging trotzdem mit dem Wallach zum Training, erklärte sie schuldbewusst heute, bis ihr Pferd im Galopp aus Nüstern und Maul blutete! Wo waren da die Richter und die Stewards, die schon beim Turnier auf dem Dobrock nie eingreifen?

Mein Hinweis auf die Ethischen Grundsätze wird von ihr mit Schweigen quittiert. Alltag hier, wo die meisten Züchter die Pferde ab 1. Mai aus Boxenhaltung entlassen auf die fetten Wiesen ohne Sonnenschutz, also ohne einen Unterstand auf den Weiden. Hier grasen ab Frühjahr und im Sommer die Hengstanwärter aus Rheinland und Westfalen ohne Aufsicht, gegen Vorkasse, weil sich das bewährt hat. Mache ich ebenso: Vorkasse.

Das oberflächliche Problem, dass sich Sharivari nicht mehr aus der Box auf die Weide führen ließ, war innerhalb von zwei Stunden und einigen Beratungen per Mail im Vorfeld lösbar. Richtiges Führen musste der Gatte von Katharina erst lernen. Damit ist er aber nicht allein, das können sogar Grand Prix Reiter nicht wirklich, dafür hat die Sportelite das Personal. Der Ehemann  betritt die Box bereits zögerlich, ergreift unvorhersehbar für das Pferd Strick und Halfter, geht weiter zögerlich zur schmalen Ausgangstür voraus und lässt dort sogar das Pferd voran! Lernt er das bei Hannoveraner erleben? Mehrmaliges Üben bringt Pferd und Mensch bereits ohne Probleme zwischen Stall und Weide hin und her. Macht Eindruck! Der profane Pferdehalter bewundert die Flüsterer, als wäre es Magie.

Mein Vorschlag, auf den weitläufigen Flächen doch einen Offenstall zu bauen, wurde von Katharina W. zwar begrüßt, sie hatte diese Idee auch schon in Erwägung gezogen. Durchgeführt wurde der Plan bis jetzt aber noch nicht. Im Frühjahr und Sommer trat durch beständiges Üben und die Gewöhnung des Pferdes (Habituation, operantes Konditionieren) ohne die Begleitung durch mich oder einen meiner Netzwerker klar eine deutliche Verbesserung der Sachlage ein. Allerdings kann von mir nicht überprüft werden, ob sich die Lage nicht einfach nur entspannt hat, weil Pferd und Pony einfach öfter und länger auf der Weide sein dürfen.

Vertrauen ist hier gut, Kontrolle wäre besser. Da sonst aber keine Rückmeldung von Katharina mehr kommt, bleibt alles bis zum Herbst ruhig. Erwartungsgemäß tritt das Problem erst wieder vermehrt auf, wenn die Weidesaison sich dem Ende neigt und der Kuhstall zur Pferdebox wird.
Durch meinen Kontakt zur Akupunkteurin stellt sich allerdings erst jetzt heraus, dass sie – mir gleich - hinter dem Problem noch ein weiteres vermutet hat und im Abbruch der Behandlung andere Gründe sieht. Jo!

Inzwischen ist fast ein Jahr um und Katharina W. hat den Kontakt völlig verzweifelt erneut per eMail aufgenommen. Noch ist das Mailing kostenfrei für sie und andere Klientel im Vorfeld. Noch bis 01. Juli 2013. Neuerdings hat sie entschieden, das Pferd über Winter zu mir zu stellen, weil sie eingesehen hat, dass sich mit herkömmlicher Tiermedizin und ohne eine veränderte Haltung das Pferd nicht mehr retten lässt. Der Mann will das Pferd unbedingt vom Hof haben, da er eine Gefahr für die beiden kleinen Kinder des Ehepaares fürchtet? Sharivari wäre dankbar für diese Flucht…

Ein Wort noch zur notwendigen kritischen Distanz vom Therapeuten zum Kunden: Gerade in der Pferdeszene dehnt sich ein Besuch häufig aus, weil der Pferdebesitzer ausgiebig von sich erzählen möchte, das aber nicht zu bezahlen gedenkt. Manchmal ist so ein Gespräch trotzdem nötig, da sich im Verlauf der Erzählung wichtige Details finden: der Sohn von Katharina W. leidet genau wie das Pferd unter Tobsuchtsanfällen? Das Kind wird bereits therapeutisch betreut, das Pferd vor mir noch nicht. Leider. Oder?

Fazit. Bei meiner Ausbildung zur Pferdepsychologin habe ich vor allem eines vermisst: Die Vorbereitung darauf, dass Tierhalter zwar Unmengen für die Anfahrt und die Behandlung durch einen Tierarzt oder eine Klinik zahlen, hoffnungslose Fälle dann aber bei mir einstellen und sich über einen entsprechend harmlosen Stundenlohn aufregen! Zahlen wollen sie dafür dann natürlich nichts, sie haben das ja so nicht in Auftrag gegeben?

Eine Empfehlung für die weitere Entgiftung des Pferdes ist bis jetzt von der Pferdebesitzerin nicht weiter verfolgt worden. Allerdings hat das Pferd über den Sommer seine Fettdepots verloren und sieht schon fast zu mager aus. Sharivari wird kaum noch geritten, da er schon im Schritt hustet und die Reiterin sich dann nicht zutraut, das Pferd weiter zu treiben oder sogar zu traben, ohne den Rappen zu sehr zu belasten.

Unerwartete Schützenhilfe bekam ich vom Hufschmied der Nachbarschaft des Hofes. Er setzte sich in zahlreichen privaten Gesprächen mit Katharina W. dafür ein, das Pferd über Winter zu uns zu bringen, bis entsprechende Haltungsbedingungen geschaffen werden und es zu einem klärenden Gespräch zwischen den Ehepartnern gekommen ist. Ohne die Hilfe aus dem Netzwerk kann ich meistens wenig ausrichten, wie dieses Beispiel hier zeigt. Sharivari ist nur ein solches Pferd, nur ein Beispiel der Praxis.

„Paul“ kam zu uns, aus dem Tierschutz im Siebengebirge kassiert und bis achtjährig wild deckend als Hengst. Angeblich hatte er bei einem Unfall mit Führen von zwei Pferden seine Besitzerin in den Rollstuhl gekickt. Der Fahrer, der ihn hier ablieferte, hatte Angst vor dem Wallach, der unserem Grizou ähnelte, als dieser mit zehn Jahren als Therapiepferd kam und bleiben durfte, weil gerade ein Platz frei war und er nicht verkauft oder vermittelt werden wollte. Paul, der ebenfalls einen neuen Namen bekam und brauchte, um seine Vergangenheit in Westfalen zu verkraften und hinter sich lassen zu können, war entzückend, lieb und führig innerhalb der ersten zwei Tage auf dem Resthof, der Fohlenschule. Paul ist elf.

Sorgfältig in die Herde eingegliedert mit jeweils einem unserer Pferde oder Pony Linus über Nacht im Obsthof, der ersten Station für Therapiepferde und Gäste auf Zeit, kam Paul hier an. Angeblich gefährlich? Wie gehen die Leute im Tierschutz denn bloß mit diesen Opfern um? Paul erzählt mir die Geschichte vom Unfall mit seiner Hanne ganz anders, er war keinesfalls mit Absicht auf ihr gelandet, nachdem er gestiegen war. Nur, weil deren Partner cholerische Anfälle hat und das Pferd vom Hof haben wollte? Wo hätte er denn aufkommen sollen, als Hanne am Boden lag? Er sah sie nicht und war total verstört, auch vom Transport nach Bayern und zurück, von dem er wegen ungeprüfter Haltung zurück nach Westfalen musste. Bei mir war er neun Wochen, ich hätte ihn gern behalten, aber Hanne zahlt die Rechnung nicht und so muss Paul zurück. Wie schade. Für ihn…